Die DP World Tour verweigert Golfern, die sich für LIV Golf 2.0 in der Saison 2027 verpflichten, die Mitgliedschaft. Das bestätigte Tour-CEO Guy Kinnings am Montag. Anders als in den vergangenen Saisons gewährt die Tour diesen Spielern keinen bedingten Status mehr. Wer Mitglied werden will, muss sich bis zum 16. November bewerben.
Kinnings sagte gegenüber BBC Sport: “Die Spieler müssen sich entscheiden. Wir haben Regeln und Reglemente, die unsere Tour schützen sollen und die alle unsere Mitglieder einhalten müssen. Spieler, die nicht bereit sind, sich an unsere Regeln und Reglemente zu halten, sollten nicht versuchen, unserer Tour beizutreten.”
Wer Mitglied der DP World Tour werden will, verliert damit eine wichtige Option: Nur Mitglieder dürfen nächstes Jahr für Europa am Ryder Cup antreten. Der Wettkampf findet vom 17. bis 19. September in Adare Manor in Irland statt.
Ausnahmeregelung wird gestrichen
In dieser Saison erlaubte die DP World Tour einigen Golfern, auf beiden Touren zu spielen, und gewährte mehr als zehn LIV-Golfern einen bedingten Status. Zu dieser Gruppe gehörten der zweifache Major-Sieger Jon Rahm, Tyrrell Hatton, Tom McKibbin, Adrian Meronk, David Puig und weitere Spieler.
Letzte Woche enthüllte Rahms Anwalt John Beck an einer Insolvenzanhörung, dass der spanische Golfer nicht Teil von LIV 2.0 sein wird. Rahm und LIV Golf arbeiteten daran, bis Donnerstag eine Trennungsvereinbarung abzuschliessen.
Insolvenz und Neustart der Liga
LIV Golf und verbundene Gesellschaften meldeten am 8. September freiwillig Gläubigerschutz nach Chapter 11 an. Laut Gerichtsunterlagen verfügt die Liga über Aktiven zwischen 100 und 500 Millionen Dollar sowie Verbindlichkeiten zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Dollar.
Am 5. Oktober reichte LIV Golf beim US-Insolvenzgericht in New Jersey eine Vereinbarung zur Unterstützung der Restrukturierung ein. Demnach würde die Liga eine Investition von 300 Millionen Dollar von BC Partners erhalten, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Die initiale Investition von BC Partners betrug 4 Millionen Dollar.
Eine der Bedingungen ist die “Unterzeichnung neuer Spielervereinbarungen im Einklang mit dem LIV-2.0-Geschäftsplan, die von BC Partners geforderte Spieler einschliessen”. Welche Spieler und wie viele sich verpflichten müssen, damit der Deal zustande kommt, ist unklar.
Die Frist für aktuelle LIV-Golfer, sich zur Liga zu bekennen, wurde auf den 25. Oktober verlängert. BC Partners könnte diese Frist laut Quellen verlängern oder aufheben.
LIV Golf will vom Insolvenzgericht die Befugnis erhalten, bestehende Verträge mit Golfern zu kündigen. Darüber wird an einer Anhörung am Mittwoch verhandelt. Die Liga argumentiert, dieser Schritt sei nötig, um neue Verträge für LIV Golf 2.0 sowie die vorgeschlagene Vergütungs- und Eigentumsstruktur umzusetzen.
Eine mit der Restrukturierung vertraute Quelle sagte: “Die Gespräche mit den Spielern über ihre Teilnahme an LIV Golf 2.0 bleiben voll auf Kurs, und die Liga macht weiter Fortschritte in Richtung einer Transaktion mit BC Partners.”
BC Partners-CEO Ted Goldthorpe sagte letzte Woche an der Sportico Invest Conference in London: “Wir sind super engagiert. Wie [LIV-Golf-CEO Scott O’Neil] gesagt hat, werden wir damit beginnen, Mitarbeitende wieder einzustellen und die Events für nächstes Jahr zu planen. Alle Systeme sind bereit.”
Weiter sagte Goldthorpe: “Die nächsten 22 Tage drehen sich darum, die Spieler zu gewinnen, und dabei habe ich ein sehr gutes Gefühl. Wir haben viele konstruktive Gespräche mit ihnen geführt. Wir haben jetzt natürlich eine Frist, aber das ist der nächste grosse Schritt für uns.”
Sergio Garcia, Captain bei LIV Golf, ist laut Gerichtsunterlagen aus seinem Vertrag entlassen worden.
Anwälte weiterer Golfer, darunter Bryson DeChambeau, Cameron Smith, Cameron Tringale, Matthew Wolff und Marc Leishman, haben das Gericht ebenfalls um weitere Klärung des Status ihrer Verträge mit LIV Golf gebeten.
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